Ausgabe 09/2026
Heinz Heistinger
Fliegenfischen als Initiative des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF).
Ein kühler Morgen am Fluss, feiner Nebel über der Wasseroberfläche, das leise Rauschen der Strömung – wer mit der Fliegenrute unterwegs ist, kennt diese Momente: den konzentrierten Blick auf die Drift, das Lesen der Strömung, das Gespür für das Unsichtbare unter der Oberfläche. Fliegenfischen ist weit mehr als das Fangen von Fischen – es bedeutet, sich auf die Natur einzulassen und die komplexen Zusammenhänge zwischen Wasser, Fischbestand und Umwelt zu verstehen. Geduld, Präzision und Respekt vor der Natur stehen dabei im Mittelpunkt – Werte, die auch den tierärztlichen Beruf prägen.
Viele Tierärztinnen und Tierärzte verbindet diese Leidenschaft. Aus dieser gemeinsamen Begeisterung könnte ein Netzwerk entstehen: ein Zusammenschluss von Kolleginnen und Kollegen, die den Erfahrungsaustausch, gemeinsame Aktivitäten und die Verbundenheit mit unseren Gewässern fördern möchten.
Diese Initiative soll unter dem Dach des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) wachsen. Als anerkannte Umweltorganisation setzt sich das ÖKF für den Erhalt unserer Gewässer als wertvolle Lebensräume ein. Im Fokus stehen der Schutz der Fischartenvielfalt, die nachhaltige Bewirtschaftung und eine verantwortungsvolle Fischerei.
Die Bedeutung der Fischerei reicht weit über ihre eigentliche Ausübung hinaus. Die im Auftrag des BMLUK erstellte ÖKF-Studie „Angelfischerei in Österreich – eine starke Kraft“ zeigt: Rund 690.000 Menschen in Österreich identifizieren sich mit dem Fischen. Dieses breite Engagement birgt großes Potenzial für den Gewässerschutz: Wer Flüsse, Bäche und Seen unmittelbar erlebt, entwickelt ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge – und ist eher bereit, Verantwortung für deren Erhalt zu übernehmen.

zu übernehmen.
Gleichzeitig ist diese breite Wertschätzung in der Öffentlichkeit keine Selbstverständlichkeit, sondern muss aktiv gefördert werden. Hier setzt das ÖKF mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsangeboten und Dialog an. Ziel ist es, die Bedeutung intakter Gewässer stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und so die Grundlage für wirksamen Schutz und nachhaltige Entscheidungen zu stärken.
Zu diesem Zweck ist das ÖKF national wie international bestens vernetzt. Es arbeitet in der Nationalen Biodiversitätskommission mit, vertritt die österreichische Fischerei in der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD/ICPDR) und bringt als Mitglied der European Anglers Alliance (EAA) österreichische Erfahrungen und Interessen in europäische Fachgremien ein. So profitieren heimische Gewässer gleichermaßen von praktischen Erfahrungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und internationalem Austausch.
„Fischen bedeutet, den Lebensraum Wasser mit offenen Augen zu erleben und Verantwortung für ihn zu übernehmen.“ – VR Dr. Heinz Heistinger (Präsident des ÖKF und Fachtierarzt für Fische).
Ein besonderes Anliegen des ÖKF ist es daher, den Gedanken der Citizen Science auf den Bereich der Fischerei und des Gewässerschutzes zu erweitern bzw. weiterzuentwickeln. Menschen, die regelmäßig an Flüssen, Teichen und Seen unterwegs sind, leisten durch ihre Beobachtungen einen wertvollen Beitrag zur Erfassung ökologischer Veränderungen. Gerade Tierärztinnen und Tierärzte verfügen über einen geschulten Blick für Veränderungen in der Natur und können Beobachtungen zu Fischgesundheit, Gewässerökologie oder anderen Auffälligkeiten dokumentieren und so wichtige Impulse für Fischerei, Wissenschaft und Naturschutz liefern.
Wer Freude am Fliegenfischen hat und sich für unsere Gewässer engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, Teil dieses neuen Netzwerks – „(Fly) Fishing Vets“ – zu werden. Gemeinsam möchten wir unsere Leidenschaft teilen, Erfahrungen austauschen und einen aktiven Beitrag zum Schutz der heimischen Gewässer leisten.
Kontakt: A-1230 Wien, Breitenfurter Straße 335
T: 0660 2278100 | M: sonja.behr@oekf.at | www.oekf.at



