Schwerpunkt

ÖTK-Zukunftstalk 2026: Den Wandel gestalten – gemeinsam und international

Verfasst von
office@tieraerzteverlag.at
Veröffentlicht am
19.08.26

Inhaltsverzeichnis

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Ausgabe 07-08/2026

Mag. Silvia Stefan-Gromen

Der ÖTK-Zukunftstalk brachte am 28. Mai 2026 im Technischen Museum Wien zum nunmehr zehnten Mal führende Expert*innen, Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen der Veterinärbranche zusammen. Zum Zehn-Jahre-Jubiläum der Veranstaltung wurde einmal mehr deutlich: Die Zukunft der tierärztlichen Versorgung in Österreich erfordert Weitblick, ­Dialog und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Bereits beim Begrüßungskaffee war die besondere ­Atmosphäre spürbar – Tierärzt*innen aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Interessenvertretung nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Durch den Tag führte gewohnt souverän Moderator Gerald Groß, der gemeinsam mit ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth die Veranstaltung eröffnete.

Gemeinsam Zukunft gestalten: Vortragende, internationale Vertreter*innen und Stakeholder beim ÖTK-Zukunftstalk 2026. Das Veranstaltungsformat hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Fixpunkt der Veterinärbranche entwickelt. Mit ihrem zehnjährigen Jubiläum feierte die Veranstaltung heuer einen besonderen Meilenstein. Längst ist der Zukunftstalk zu einem bedeutenden Netzwerk­treffen hochrangiger Repräsentant*innen aus Veterinärmedizin, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Interessenvertretungen geworden. Wir danken allen Gästen herzlich für ihren Besuch, die wertvollen Impulse und den konstruktiven Austausch!

Gleich zu Beginn betonte Dr. Nikolaus Kriz, Geschäftsführender Direktor der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in seiner Video-Grußbotschaft, wie wichtig die starke ­europäische Zusammenarbeit im Veterinärbereich ist.

Den Beginn des Vortragsprogramms markierte der Schweizer Ethiker Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger mit einer hochaktuellen Keynote zur Ethik der künstlichen Intelligenz und digitalen Transformation. Seine zentrale Frage, ob neben Berufs- und Tier­ethik künftig auch eine Ethik des Umgangs mit KI zu den Herausforderungen des tierärztlichen Berufsstands zählen werde, war für das Publikum impulsgebend. Digitalisierung sei längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern Realität – umso wichtiger sei ein verantwortungsvoller Umgang mit neuen Technologien.

Moderator Gerald Groß.

Einen Perspektivenwechsel bot anschließend der deutsche ­Generationenforscher Dr. Rüdiger Maas: In seinem Vortrag beleuchtete er die Werte, Erwartungen und Arbeits­vorstellungen der kommenden Generation von Tierärzt*innen. Dabei wurde deutlich, dass sich Berufsbilder und Anforderungen an Arbeitgeber verändern – Themen wie Work-Life-Balance, ­Sinn­orientierung und flexible Arbeitsmodelle gewinnen zu­nehmend an Bedeutung; Entwicklungen, die auch die Veterinärbranche nachhaltig prägen werden. Besonders gespannt erwarteten viele Teilnehmer*innen die Präsentation der KI-gestützten Zukunftsprognose zur tierärztlichen Versorgung in Österreich durch DI Dr. René Heinzl. Die Analyse zeigte sowohl bestehende Herausforderungen als auch mögliche Lösungsansätze auf. Vor allem die Versorgung im Nutztierbereich und die demografische Entwicklung innerhalb des Berufsstands werden die Branche in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Die vorgestellten Daten lieferten wert­volle Grundlagen für strategische Entscheidungen und zu­künftige Planungen.
Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Studierendenvertretung über die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf den Berufsalltag. Dabei wurde deutlich, dass die Zukunft der tierärztlichen Versorgung nur im gemeinsamen Dialog aller Beteiligten erfolgreich ge­staltet werden kann.

ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.

Zentrale Rolle: Prävention und Biosicherheitsmaßnahmen

Am Nachmittag rückte ein weiteres Zukunftsthema in den Mittelpunkt: Biosicherheit. Der international renommierte Veterinär-­Epidemiologe Prof. Dr. Jeroen Dewulf (Universität Gent) zeigte eindrucksvoll auf, welche zentrale Rolle Prävention und Biosicherheitsmaßnahmen für die Gesundheit von Tier­beständen spielen. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch den Vortrag von Dr. Siegfried Moder, Präsident des Bundes­verbands Praktizierender Tierärzte (bpt) und der Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der die Frage stellte, ob Europa ausreichend auf biologische Bedrohungen vorbereitet ist. Auch die Perspektive der öffentlichen Verwaltung durfte nicht fehlen: Dr. Ulrich Herzog, CVO und Sektionschef im ­Bundesministerium, erläuterte die Bedeutung von Biosicherheit aus staatlicher Sicht. Die anschließende Podiumsdiskussion zeigte eindrucksvoll, wie eng Tiergesundheit, öffentliche Gesundheit und internationale Zusammenarbeit miteinander verknüpft sind.
Neben den fachlichen Impulsen erwies sich der Zukunftstalk einmal mehr als bedeutende Plattform für Vernetzung und Austausch. Besonders erfreulich war die internationale Beteiligung mit Gästen aus Deutschland, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Erstmals wurde der ÖTK-Zukunftstalk zudem durch eine webbasierte Simultanübersetzung in sechs Sprachen begleitet. Damit konnten internationale Teilnehmer*innen den Vorträgen und Diskussionen noch einfacher folgen und sich aktiv in den Austausch einbringen. Die zahlreichen Gespräche am Rande der Veranstaltung verdeutlichten, dass viele Herausforderungen grenzüberschreitend sind – und gemeinsame Lösungen benötigen.

Mit zahlreichen neuen Denkanstößen, spannenden Diskussionen und wertvollen Kontakten ging der ÖTK-Zukunftstalk 2026 zu Ende. Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der offene Austausch über die Zukunft der Veterinärmedizin ist.

Die Vorfreude auf die Fortsetzung im kommenden Jahr ist bereits groß – bitte merken Sie sich folgendes Datum vor:

Die Präsentationen sowie Fotos vom ÖTK-Zukunftstalk 2026 finden Sie unter: www.tieraerztekammer.at/zukunftstalk-2026